Was ist Bigfoot?

In den Legenden der Indianer Nordamerikas und anderer Ureinwohner in entlegenen Gebieten unseres Planeten, wird schon immer von großen affenartigen Kreaturen erzählt. Der Sasquatch bei der indigenen Bevölkerung in Kanada und den USA, der Yeti in Nepal, der Menk in Russland, der Yerenin in China, der Yowie in Australien und viele Andere mehr. Der erste Vorfall über den ausführlich in der amerikanischen Presse berichtet wurde, war 1924 ein Angriff mehrerer Bigfoots im nach diesem Ereignis benannten „Ape Canyon“ im Staat Washington. Natürlich hat es aber schon lange zuvor unzählige Augenzeugenberichte von diesen Kreaturen und Verwunderung über riesige menschenähnliche Fußspuren gegeben, allerdings fanden solche Schilderungen keine besondere Aufmersamkeit in den Medien. Im Juli 1924 übernachteten jedoch fünf Goldschürfer in einer selbstgebauten Holzhütte auf dem Vulkan Mount St. Helens und begegneten dort einer Gruppe Affenmenschen, die sie attackierten. Eigentlich wollten sie niemandem von dem Vorfall erzählen, aus Angst als verrückt abgestempelt zu werden, doch einer der fünf Männer berichtete dem zuständigen Ranger, von dem sie wussten, dass er sich wunderte, woher die seltsamen Fußabdrücke im Canyon stammen, über die Vorkommnisse der vergangenen Nacht. Anscheinend fand die Geschichte so ihren Weg in die Zeitungen und verbreitete sich schnell im Land. Die Schürfer hatten erzählt, dass sie seit rund einer Woche in der Schlucht waren um nach Gold zu suchen. Sie hörten oft seltsame Geräusche in dieser Zeit, die sie sich nicht erklären konnten. Eines Abends sahen zwei von ihnen ein aufrecht gehendes großes behaartes Wesen und schossen auf es, es entkam allerdings unverletzt. Die beiden kehrten dann zu den anderen in die Hütte zurück und beschrieben, was gerade geschehen war. Keiner wollte länger dort bleiben, doch es war schon zu spät um noch vor Einbruch der Dunkelheit das Gebiet zu verlassen. Sie entschieden sich am nächsten Morgen aufzubrechen. In der Nacht wurden sie von Lärm geweckt als etwas gegen die Wand der Hütte schlug. Sie hörten eine Menge Füße draußen trampeln und spähten durch einen Spalt zwischen den Hölzern in der Wand hinaus. Sie konnten eine Gruppe von Affenmenschen sehen, die mit Steinen auf die Hütte warfen. Als die Kreaturen sich der Hütte näherten verbarrikadierten die Männer die Tür und begannen auf sie zu schießen. Der Angriff dauerte die ganze Nacht und die Wesen kletterten auf das Dach. Eines schaffte es sogar mit dem Arm durch eine Öffnung zwischen den Holzbalken zu greifen. Kurz vor Sonnenaufgang zogen sie sich zurück und die Goldgräber verließen den Schutz der Hütte sobald es hell genug war um etwas erkennen zu können. Ohne sich um ihre Ausrüstung zu kümmern, flüchteten sie so schnell wie möglich. Einmal noch auf ihrem Rückweg sahen sie einen der Affenmenschen aus der Entfernung und erschossen ihn.
Nachdem die Zeitungen über den Vorfall berichtet hatten brach ein Hype aus und die Männer führten Interessierte zu der Stelle, wo sich alles ereignet hatte. Sie konnten keines der Wesen finden, doch die Fußabdrücke waren deutlich zu sehen.

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Die Hütte im „Ape Canyon“, wo sich der Vorfall ereignet haben soll.

1950 kam es nahe dem Ort des Geschehens erneut zu einem mysteriösen Vorkommnis als ein Bergsteiger von einem Augenblick auf den nächsten plötzlich verschwand. Er hatte seine Gruppe nur kurz mit seinen Skiern verlassen um ein Foto zuschießen, kam aber nie zurück. Die Spuren im Schnee deuteten darauf hin, dass er eine Filmpackung fallen gelassen hatte und dann in halsbrecherischer Geschwindigkeit den Hang hinabgeschossen war. Er sprang über mehrere große Gletscherspalten und fuhr schließlich geradewegs über eine Klippe. Seine Leiche wurde jedoch nie gefunden, obwohl zwei Wochen lang eine Suchtruppe von bis zu 75 Mann den Canyon durchkämmte. Seine Bergsteigerkollegen waren überzeugt, dass „die Affen ihn geschnappt haben.“
Nun stellt sich natürlich die Frage, wie es sein kann, dass Suchtrupps und unzählige Bigfoot-Jäger die Wälder Nordamerikas durchkämmen ohne mehr Beweisstücke als eine umfangreiche Sammlung an Fußabdrücken vorweisen zu können. Tatsächlich gibt es insgesamt eine große Zahl relativ eindeutiger Beweisstücke (natürlich sollte aber schon ein überzeugender Beweis genug sein um die Existenz dieser Kreaturen sehr wahrscheinlich zu machen). Der sogenannte Patterson-Gimlin-Film aus dem Jahr 1967 gilt allgemein als die glaubwürdigste Aufnahme eines Bigfoots, die bis heute existiert:

Zahlreiche Experten haben das Video analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass es authentisch ist. In diesem Interview äußert zum Beispiel Dr. Jeff Meldrum, Professor für Anatomie und Anthropologie an der Idaho State University, seine Meinung zu dem Thema:

Vor kurzem ist eine mindestens ebenso erstaunliche Videoaufnahme eines Bigfoots aufgetaucht:

Wenn für jemanden der Film selbst noch nicht überzeugend ist, sollte er sich diese Analyse anschauen (auch wenn der Youtuber manchmal ein bisschen übers Ziel hinausschießt):

Zwei weitere wichtige Beweise sind auf jeden Fall die Naturdokumentation „Great North“  bei deren Dreharbeiten zufällig ein Bigfoot gefilmt wurde (ohne dass es irgendjemandem aufgefallen war):

Und das Video, das ein Mann namens Harley Hoffman aufgenommen hat:

Der folgende Film wirkt ebenfalls echt, obwohl nur wenige Details erkennbar sind:

Es gibt so viele Fotos, Videos und sogar angebliche Audioaufnahmen von Bigfoot, dass man wochenlang das Internet durchforsten kann, ohne alle Indizien zusammengetragen zu haben. Die Authentizität der meisten dieser Dokumente ist allerdings eher zweifelhaft.
Auch die Augenzeugenberichte sind zu einem großen Teil nicht überzeugend. Es gibt aber natürlich trotzdem unzählige glaubwürdige Berichte. Eine der vertrauenswürdigsten Sichtungen fand in einem Nationalpark in Oregon statt, als ein Psychologe mit seiner Familie einem Bigfoot begegnete:

Ein weiterer Vorfall ereignete sich 1982 als zwei Polizisten auf Streife etwas sahen, dass vor ihnen über die Straße rannte. Sie waren überzeugt, dass es kein bekanntes Tier oder eine verkleidete Person gewesen ist. Dan Gordon, einer der beiden Beamten, sagte es sei gebückt mit schwingenden Armen gelaufen und ein olympischer Sprinter hätte Probleme gehabt mit dem Wesen Schritt zu halten. Es gibt mehrere solche Berichte von verschiedenen Polizisten.
Ein anderer angesehener Zeuge war Dr. Richard Baddour, ein erfolgreicher Psychiater aus San Diego, und seine Frau und zwei Kinder. Sie beobachteten mehrmals eine ganze Bigfoot-Familie auf ihrem abgeschieden liegenden Grundstück und meldeten die Sichtungen der Polizei. Um Dr. Baddours Haus wurden mehrere gigantische Fußspuren gefunden und Abgüsse davon gemacht.
Solche Abdrücke wurden im Laufe der Zeit zu tausenden in den USA gefunden und dokumentiert. Teilweise so detailliert, dass man die Papillarmuster der Haut erkennen kann.

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Traktorfahrer Gerald Crew mit einem Abguss der Fußabdrücke, die er 1958 gefunden hat, als er mit einem Team dabei war eine Straße für Holzfällarbeiten in einem unzugänglichen Waldgebiet in Kalifornien zu bauen.

Untersuchungen ergaben manchmal, dass einzelne Fußspuren gefälscht wurden. Häufiger kamen die Wissenschaftler allerdings zu dem Schluss, dass es praktisch unmöglich ist bestimmte Fußspuren künstlich herbeizuführen. Zu realitätsnah ist die zugrundeliegende Motorik und Anatomie dieser Abdrücke:

Es werden auch immer wieder seltsame Konstruktionen aus Zweigen und Baumstämmen entdeckt, die von Bigfoots stammen sollen. Meistens sind es einfach Anhäufungen von Stöcken, die alle möglichen Ursachen haben könnten; manchmal sind es Tipi-artige Strukturen oder einfache Hütten, die möglicherweise von Menschen gebaut wurden. Einige Bigfoot-Jäger spekulieren, dass es sich dabei teilweise um eine einfache Symbolsprache handeln könnte, zum Beispiel als Orientierungshilfe in den Wäldern. Nichts deutet aber wirklich auf so etwas oder auch nur auf einen besonders mysteriösen Hintergrund solcher Gebilde hin.

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Kleine Holzkonstruktion unbekannten Ursprungs.

Wie können diese Lebewesen trotz aller Bemühungen sie zu finden vor uns verborgen bleiben? Die nordamerikanischen Wälder sind groß, kein Zweifel, doch es wurden bisher keinerlei überzeugende Hinweise auf Siedlungen oder Rastplätze dieser Kreaturen gefunden. Die DNA von gefundenen Haaren, die Bigfoots zugeschrieben und untersucht wurden, stammte anscheinend nie von einem Primaten (meistens war es Bären- oder Wolfsfell) und auch sterbliche Überreste eines Bigfoots wurden noch nicht entdeckt. Zudem wird immer wieder beschrieben, wie sich die Kreaturen nach den Sichtungen in Luft aufzulösen scheinen. Deshalb wurden im Laufe der Zeit die wildesten Theorien aufgestellt. Manche behaupten, wie in den ursprünglichen Legenden der Indianer, dass die Bigfoots Geisterwesen sind. Andere, dass sie aus einer anderen Dimension kommen oder außerirdischer Herkunft sind. Frank Beck, einer der Goldschürfer die im Ape Canyon von den Bigfoots attackiert wurde, war überzeugt es handele sich bei den Angreifern um etwas Übernatürliches. Auch andere Zeugen beschreiben ähnliche Eindrücke, wenn sie einem Bigfoot begegnen. Das ist wahrscheinlich mehr dem Schock als einer echten paranormalen Erfahrung zuzuschreiben, doch der von mir hochgeschätzte John Keel, Autor von „The Mothman Prophecies“ und einer der Ersten, die sich ausführlich mit den „Men in Black“ beschäftigten und der ihnen ihren Namen gab, sieht das Bigfoot-Phänomen ebenfalls als nicht von dieser Welt an.
Ich bin hier skeptisch. Meiner Meinung nach könnte es sich durchaus um eine überlebende Spezies prähistorischer Riesenaffen, wie beispielsweise Gigantopithecus, handeln. Eventuell verbringen diese Tiere einen großen Teil ihres Lebens in unterirdischen Höhlen oder ähnlichen Verstecken.

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Special Effects-Künstler William Munns mit seinem lebensechten Modell von Gigantopithecus. Das Aussehen der Haare ist natürlich spekulativ.

Auf der anderen Seite hat ein interessantes Video eines Youtubers, auf den ich bereits verwiesen hatte, Aspekte aufgezeigt, die man als konsistent mit der Annahme einschätzen kann, dass es sich nicht um irdische Wesen handelt. Zuerst dachte ich, dass dieser Kerl spinnt und einfach überall Bigfoots sieht, aber bei einer seiner Entdeckungen wurde ich stutzig: der „Tarnkappen-Bigfoot“ (beginnend bei 13:10 Laufzeit) hat mich fast überzeugt, dass die Wesen einige seltsame Eigenschaften aufweisen. Jeder sollte sich seine Untersuchung eines Films, der auf einer Bigfoot-Expedition aufgenommen wurde, einmal unvoreingenommen ansehen:

Den Personen, die dieses Video gefilmt haben ist keine versteckte Kreatur aufgefallen. Diese Wesen scheinen also auf den ersten Blick einen „Predator“-haften Tarnmechanismus zu besitzen oder Geister zu sein oder was wir in dem Film sehen ist einfach eine optische Täuschung. Andere Sichtweisen machen Eigenschaften des Fells dafür verantwortlich und es wird davon berichtet, dass die Bigfoots so absolut stillstehen, dass man sie bei normaler Aufmerksamkeit gar nicht wahrnimmt. Man nehme etwa die Geschichte hinter diesem beeindruckenden Bild:

Und das ist ganz sicher kein Gorilla! Gorillas sehen so aus:

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Koko, der „sprechende Gorilla“, mit ihrer Ziehmutter Penny Patterson.

Die Unsichtbarkeitshypothese ist jedenfalls schwer zu glauben. Es ist für die meisten Menschen schon schwierig genug die Existenz von Bigfoot anzuerkennen. Zu behaupten er sei eine interdimensionale Entität oder Ähnliches bedeutet einen noch ungleich größeren Brocken zu schlucken. Ich halte die Idee für wirklichkeitsfremd, doch es gibt viele Berichte über dieses Phänomen, dass allgemein „Cloaking“ genannt wird, und andere Filmaufnahmen, die scheinbar unsichtbare Bigfoots erkennen lassen:

Natürlich sind solche visuellen Anomalien auch mit einem Computerprogramm in den Filmen erzeugbar. Ich denke aber, dass physiologische Mechanismen denkbar sind, die ein solches Anpassen an die Umgebung in der Realität ermöglichen könnten. So ein extremer Farbwechsel ist in der Natur von Weichtieren, Reptilien, Amphibien und Fischen bekannt. Der Oktopus ist eines der besten Beispiele:

In Vögeln und Säugetieren ist diese Reaktion aus biochemischen Gründen eigentlich nicht möglich, doch Ausnahmen bestätigen die Regel, wie man so schön sagt. Es ist keine prinzipielle Unmöglichkeit, sondern tritt nur aufgrund der vorherrschenden Pigmentzellen nicht auf.
Ich bin also überzeugt, dass eine große Menschenaffenart in den abgeschiedenen Regionen Nordamerikas existiert. Ich glaube außerdem, dass diese Tiere extrem scheu sind und bei Kontakt normalerweise völlig erstarren. Im Laufe ihrer Evolution haben sie möglicherweise auch eine Körperfunktion entwickelt, die es ihnen ermöglicht tintenfischgleich mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. Eines Tages wird ein Exemplar gefunden und offiziell beschrieben und klassifiziert werden, bis dahin liegen uns jedoch bereits Beweise vor, die seine Existenz dokumentieren.

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